QRM gesucht und gefunden
Einer dieser häufigen Störsender samt Antenne. Bei den billigen, nicht günstigen, Geräten wurden wohl aus Spargründen die Eingangs- und Ausgangsfilter weggelassen. Das USB-Kabel wirkt typischerweise wie eine Antenne. Der Rest der Störstrahlung geht über das 230-V-Netz.
Ein einfacher Klappferrit mit einer, besser wie auf dem Bild mit zwei oder mehr Windungen, ein "richtiges" Netzteilm und ein gut geschirmtes USB-Kabel. Es gibt leider auch unter diesen Kabeln billige.
Ein Klappferrit auchauf das Netzkabel klemmen nicht vergessen!
HB9TNW | HB9BZC | Juni 2026 | Zur Info: EMC heisst „Electro Magnetic Compatibility“ oder zu Deutsch EMV (Elektro Magnetische Verträglichkeit). Ein OM unserer Sektion meldet eine Störung über die ganze Kurzwelle. Das 17-Meter-Band wird mit einer Feldstärke von S 9+30 dB, entspricht 39 dBm, und die restliche Kurzwelle ist mit über S9 gestört. Eine Kommunikation ist auf der ganzen Kurzwelle praktisch nicht mehr möglich. Auf die Frage, ob er die Sicherungen entfernt hätte, bejahte er und sagte, die Störungen seien immer noch vorhanden. Bei näherem Nachfragen kamen den EMV-Verantwortlichen Zweifel an der Aussage. Bleibt also nur ein Besuch vor Ort.
Zwei erfahrene EMV-Spezialisten, ausgerüstet mit einem Peilgerät, nehmen sich der Sache an und besuchen besagten OM. Die KW-Station ist direkt an eine Batterie und Ladegerät angeschlossen. Die Signalanzeige des S-meters stimmt mit den Angaben der Meldung überein.
Schon vor dem Haus ist die starke Störung gut zu hören, aber auf den ersten Blick kaum peilbar. Erste Vermutung: Muss aus der Nachbarschaft kommen. Aufgrund der hohen Feldstärken zu urteilen ist sicher, dass die Störung lokal sein muss.
Im Haus drin war die erste Handlung das Netzteil der KW-Station auszuschalten und auf reinen Batteriebetrieb umzustellen. Keine Änderung der Störung wahrnehmbar.
Im Keller war die Störung über den Peiler sehr stark zu hören. Also werden alle Sicherungen ausgeschaltet. Ein Teil der Störung ist weg. Zu Beginn der Suche wird ein Stockwerk nach dem anderen einzeln eingeschaltet, beginnend mit dem Keller. Der Keller ist bis auf eine Röhrenlampe sauber. Diese Störung ist nur hörbar, wenn die Empfangsantenne in unmittelbarer Nähe des Leuchtmittels gehalten wird.
Im ersten Stock ist die Störung sehr stark. Alle Stecker werden gezogen. Keine Änderung. Eines der Küchengeräte ist es nicht. Interessant ist, dass alle Stecker gezogen wurden. Alle? Leider nein. Nach gewissenhaftem Suchen kam hinter einem Möbelstück versteckt eine weitere Steckdose zum Vorschein. Angeschlossen war eine Steckdosenleiste. Beim Ziehen des Steckers war die Störung praktisch weg. Also wird der Stecker wieder eingesteckt und von der Verteilleiste Stecker um Stecker gezogen. So lange, bis das kleine USB-Ladegerät, das ein Radio speist, gezogen wurde. Die Störung war weg! Eines dieser billigen, meist weissen, Netzgeräte mit einem USB-Anschluss. Ein Ersatzgerät wurde eingesteckt. Die Störung war leicht hörbar. Nach dem Anbringen eines Klappferrits und zwei Windungen war diese Störung weg.
Die Sicherung des zweiten Obergeschosses wird eingeschaltet. Und wieder wurde nach gewissenhaftem Suchen eine Steckdosenleiste gefunden, auf der unter anderen drei Stecker eingesteckt waren, die auf die Störung reagierten. Beim Ausziehen von drei bestimmten Steckern blieb auch diese Störung aus. Die Suche der drei Geräte oder deren Netzteile, die Störungen verursachen, bleibt dem OM überlassen.
Bleibt noch das 17-m-Band mit seinen 18 MHz. Eindeutig die berühmt-berüchtigte Solaranlage mit den Power-Optimierern. Der OM wird sich diesbezüglich mit der Installationsfirma in Verbindung setzen und diese mit dem Problem konfrontieren.
Fazit: Immer erst in den eigenen vier Wänden alle Stromkreise ausschalten und alle, aber wirklich alle(!) Stecker ziehen. Sehr starke Störungen sind in aller Regel hausgemacht.